Neue Typklassen bei der Kfz-Versicherung – Betrifft es auch dein Auto?

Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat die Typklassen für das Jahr 2017 aktualisiert und im vergangenen September veröffentlicht. Die Veränderungen bei den Typklassen wirken sich teilweise deutlich spürbar auf die Höhe der Kfz-Versicherungsbeiträge aus. Wir zeigen dir, was sich verändert hat und worauf du achten musst.

Neue Typklassen bei der Kfz-Versicherung – Betrifft es auch dein Auto?

Jährlich neue Typklassen

Von Nordrhein-Westfalen bis Berlin, von Schleswig-Holstein bis Bayern, jedes Jahr wird die Typklassenstatistik vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für jeden Zulassungsbezirk in jedem Bundesland (insgesamt 415 Kfz-Zulassungsbezirke) aktualisiert. Im vergangenen September erschienen die neuen Daten für das Jahr 2017. Neben gleichbleibenden Verträgen bei der Kfz-Versicherung gibt es auch Verlierer und Gewinner.

Die Tarifveränderungen durch die Regional- und Typklassen 2017 können teilweise recht deutlich ausfallen. Die Höhe der zusätzlichen Kosten oder der Ersparnis hängt unter anderem mit der Einstufung der jeweiligen Typklasse des Autos ab. Sie bieten den Versicherungen einen Orientierungspunkt für das individuelle Schadensrisiko des Modells. Das Schadensrisiko setzt sich aus den in der Infografik ersichtlichen Faktoren zusammen und entscheidet wesentlich über die Höhe des Beitrags.

Eine hohe Typklasse entspricht auch höheren Versicherungsbeiträgen. Umgekehrt verhält es sich bei den niedrigeren Klassen. Immerhin 32 Prozent, und damit rund ein Drittel der in Deutschland versicherten Autos, sind von der neuen Einstufung der Typklassen in der Kfz-Haftpflichtversicherung durch den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) betroffen.

Ungefähr 27.000 verschiedene Pkw-Modelle werden jährlich vom GDV analysiert und bewertet. Für die Analyse werden die Reparaturkosten der letzten drei Jahre des jeweiligen Automodells herangezogen. Sollte das Ergebnis beispielsweise niedriger als im Vorjahr ausfallen, so wird der Fahrzeugtyp um eine Typklasse herabgestuft.

Diese Herabstufung wirkt sich für den Versicherungsnehmer positiv in den Versicherungsbeiträgen aus. Ebenso kann es sich aber bei einer Hochstufung der Typklasse auch negativ auf die Beiträge auswirken und diese erhöhen.

Hoch, runter oder gleich

Bei dem Großteil der Autos (27 Millionen), in etwa zwei Drittel der Gesamtzahl an Pkws (68 Prozent), bleibt die Typklasse so wie im vergangenen Jahr bestehen. Veränderungen um eine Stufe betreffen ca. zwölf Millionen Autos (31 Prozent). 5,2 Millionen Autobesitzer (13 Prozent) können sich dabei über eine niedrigere Einstufung freuen, 6,9 Millionen Besitzer (17 Prozent) dürften über die Erhöhung der Klasseneinstufung entnervt sein. Ca. 500.000 Autos sind sogar von einer Veränderung von mehreren Stufen betroffen.

Bei den Versicherungen mit Vollkasko ist über die Hälfte der Autos (56 Prozent) und bei den Versicherungen mit Teilkasko ebenfalls die Mehrheit mit 57 Prozent der Autos von den neuen Einstufungen nicht betroffen. Ca. acht Millionen Autos mit Vollkaskoschutz können sich über eine niedrigere Typklasse freuen. Bei den teilkaskoversicherten Pkws sind es immerhin auch 4,7 Millionen Exemplare.

Auch wenn die Typklassen laut dem GDV nicht zwingend für die Versicherungen berücksichtigt werden müssen, bieten sie trotzdem einen wichtigen Anhaltspunkt für die Tarifzusammenstellung.

Neue Typklassen bei der Kfz-Versicherung – Betrifft es auch dein Auto?

Regionalklassen bei der Kfz-Versicherung – Veränderung bei den Landeshauptstädten

Die Regionalklassen sind von Zulassungsbezirk zu Zulassungsbezirk unterschiedlich und ergeben sich aus den in der Infografik sichtbaren Faktoren zur Einstufung. In weiten Bereichen sind die Regionalklassen identisch geblieben, es gibt aber auch manche Veränderungen. Die unten stehende Tabelle zeigt die Veränderung bei den Landeshauptstädten.

Neue Typklassen bei der Kfz-Versicherung – Betrifft es auch dein Auto?

Solltest du nicht aus dem Zulassungsbezirk einer Landeshauptstadt kommen, kannst du auf der Webseite des GDV checken, ob dein Modell in eine neue Typklasse eingestuft wurde. Für die Prüfung benötigst du lediglich deinen Fahrzeugschein und die darin enthaltenen Kennzahlen. Eine Überprüfung lohnt sich auf jeden Fall, um entweder vor steigenden Beiträgen gewarnt oder über Vergünstigungen erfreut zu sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass alles beim Alten bleibt, ist verhältnismäßig hoch.

Es kann auch teuer werden

In der Tabelle sind nur Veränderungen um eine Typklassenstufe zu sehen. Allerdings können in einigen Ausnahmefällen auch Veränderungen um mehrere Stufen vorkommen. Dieses kann zu einer enormen Erhöhung oder im Glücksfall zur deutlichen Senkung des Versicherungsbeitrages führen, speziell, wenn es sich um den Bereich der Kaskoversicherung handelt.

Die Vertragsumstellung erfolgte bei laufenden Verträgen zum Jahreswechsel. Bei neuen Verträgen wird sie ebenfalls ab sofort berücksichtigt. Sei dir darüber im Klaren, dass du bei einer Umstufung und einer damit verbundenen Erhöhung deines Tarifes das Recht auf eine außerordentliche Kündigung besitzt.

Es lohnt sich auf jeden Fall, regelmäßig die Versicherungstarife der verschiedenen Versicherungen miteinander zu vergleichen. Häufig lässt sich bei einem Wechsel eine Menge Geld sparen, da die Tarife nicht nur von den Typ- und Regionalklassen abhängig sind. Das liegt daran, dass Versicherungen die Einflüsse auf die Tarifzusammensetzung unterschiedlich stark bewerten. Nimm dir also ein paar Minuten und überprüfe einmal deinen Tarif.