Ihr könntet jetzt beim Schauen von Schmuddelfilmen beobachtet werden

Und davor kann man sich nicht so einfach schützen

Man erkennt einen Mann, der sich vermutlich Schmuddelfilme ansieht und dabei gefilmt werden kann

Dass insbesondere Männer den Laptop gelegentlich nicht unbedingt zum regen E-Mail-Austausch, zu Recherchezwecken oder für einen Netflix-Marathon, sondern für eine etwas andere Art von Filmen nutzen, ist kein Geheimnis. Die Schmuddelfilm-Branche ist schließlich nicht umsonst so erfolgreich, auch wenn sie in der Öffentlichkeit eher ein Tabuthema darstellt. Da es sich bei dem Anschauen von Schmuddelfilmen um eine sehr intime Sache handelt, ist es kein Wunder, dass man nicht unbedingt dabei beobachtet werden will (außer man hat irgendeinen Fetisch). Eine Tatsache, die zahlreiche Betrüger anlockt: Bisher hatte man schon häufiger von Fällen gehört, in denen Menschen behaupteten, Nutzer heimlich gefilmt zu haben und sie damit erpressen wollten. Meistens handelte es sich aber um einen Bluff. 

Eine Schadsoftware könnte nun aber vielen Männern zum Verhängnis werden.

Man sieht einen Laptop auf dem die Software PsiXBot installiert sein könnte, die Menschen ausspioniert

Die Software ,,PsiXBot" ist nicht neu, allerdings greift eine neue Variante davon nun auch Nutzer von Schmuddelfilm-Websiten an. Das Schadprogramm wurde laut einer Analyse des Sicherheitsunternehmens ,,Proofpoint" um ein Modul erweitert, das eine Audio- und Webcam-Aufzeichnung startet, sobald ,,pikante" Schlüsselwörter in das Suchfeld eingegeben werden. Nach der erfolgreichen Aufnahme wird das Video dann an den Server der Betrüger gesendet, die den User dann leicht erpressen können.

Doch wie kommt das Programm überhaupt erst auf den Laptop der Betroffenen?

Man erkennt einen verzweifelten Mann, der E-Mails mit dem Betreff ,,Schmutziges Video von dir" erhalten haben könnte

Meist wird das Programm ohne das Wissen einer Person installiert, wenn sie zum Beispiel auf weniger seriösen Websites unterwegs ist oder infizierte Videos, Musikdateien oder Softwares herunterlädt. Bisher scheinen aber nur Computer von Microsoft Windows betroffen zu sein. Die Betrüger schicken nach einiger Zeit dann eine E-Mail, die häufig Schlagwörter wie ,,Ich kann alles veröffentlichen" oder ,,Schmutziges Videos von dir" enthalten. Häufig drohen sie damit, das Material an die Familie oder Freunde zu senden, wenn sie einer Zahlung nicht nachkommen. Zwar ist das Modul von ,,PsiXBot" noch nicht ausgereift, die Entwickler machen aber stetig Fortschritte...

Wie kann man sich also davor schützen?

Man erkennt eine abgeklebte Webcam, die verhindert, dass man beim Schmuddelfilm-Schauen nicht mehr beobachtet und dann erpesst wird

Der ,,Proofpoint"-Experte Werner Thalmeier berichtet der ,,Bild", dass die Trojaner gar nicht so einfach zu entdecken seien. ,,Für den normalen Anwender ist es nicht ohne Weiteres feststellbar, dass er betroffen ist." So sei eine vollständige Überprüfung des Computers mit dem Virenscanner der einzig mögliche Weg, um dem Trojaner auf die Schliche zu kommen. Je nach Festplattenkapazität könnte das allerdings Stunden in Anspruch nehmen. Zudem sollte man mit den Beweismitteln zu der Polizei gehen und Anzeige erstatten. Damit man erst gar nicht erpresst werden kann, sollte man darüber hinaus die Webcam abkleben, wenn man seinen intimen Bedürfnissen nachgeht.