Deutsche Umwelthilfe will in 31 Städten das Böllern verbieten

Die Maßnahme soll zur Luftreinhaltung in deutschen Städten beitragen

Feuerwerk im Abendhimmel

Es ist kein Geheimnis, dass das alljährliche Silvesterfeuerwerk zwar schön anzusehen, aber ein erheblicher Schadensfaktor für unsere Umwelt ist. Nicht nur, dass die Böller und Raketen unsere Städte und Landschaften vermüllen, sie haben auch negative Auswirkungen, die mit dem bloßen Auge weit weniger leicht erkennbar, dafür jedoch leider nicht ungefährlicher sind: Immer wieder warnen Experten vor den gefährlichen Spitzenwerten an Feinstaub, die sich an Neujahr in der Luft messen lassen. 

Wie genau die Feinstaub-Teilchen in die Luft gelangen und welche Maßnahme die Deutsche Umwelthilfe (DUH) deshalb nun ergreifen will, erfährst du auf den nächsten Seiten!

Feuerwerk im Abendhimmel

Wenn das Schwarzpulver, das sich in den Raketen und Böllern befindet, verbrennt, entstehen Kohlendioxid, Schwefeloxid und Ruß, der als Feinstaub in unserer Luft verbleibt. 5.000 Tonnen sind das nach Angaben der DUH allein in einer einzigen Silvesternacht – und das bleibt nicht ohne Folgen: Die Feinstaub-Teilchen können über die Atemwege in die menschliche Lunge gelangen und Atemwegserkrankungen sowie Herz-Kreislauf-Beschwerden auslösen. Das trifft vor allem Menschen, die ohnehin an Atemwegserkrankungen leiden: 

Viele Hunderttausend Menschen mit Atemwegserkrankungen, wie beispielsweise schwerem Asthma, flüchten zum Jahreswechsel aus ihren Wohnungen oder müssen sich dort regelrecht luftdicht verbarrikadieren“, so Jürgen Resch, der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. 

Daher hat die Deutsche Umwelthilfe nun ein weitreichendes Verbot beantragt:

Die deutsche Stadt Stuttgart bei Nacht

In 31 deutschen Städten hat die DUH nun ein Verbot privater Silversterböllerei gefordert. Betroffen sind vor allem ohnehin schon belastete Innenstadtbereiche, in denen die Bewohner einer starken Feinstaubbelastung durch Verkehr und Co. ausgesetzt sind. Unter anderem fallen damit Stuttgart, Berlin, Gelsenkirchen, Hagen, Nürnberg, München und Köln unter das potentielle Verbot.

Wie Resch betont, geht es dabei nicht darum, den Menschen den Spaß am Silvesterfeuerwerk zu nehmen: Demnach sei es möglich, professionelle Veranstalter zu organisieren, die die Feuerwerke kontrolliert außerhalb der Stadtzentren zünden. 

Auf internationaler Ebene ist man den Deutschen hier übrigens einen Schritt voraus: In vielen großen Städten wie Paris dürfen Feuerwerkskörper beispielsweise weder verkauft, noch abgefeuert werden.