Polizist zieht vor Gericht, weil er sich "Aloha" auf Arm tätowieren lassen will

Urteil gefallen

Hawaii - die Insel ist in den Ohren der meisten Menschen ein geflügeltes Wort. Sofort kommen uns Bilder von weißen perfekten Sandstränden, Palmen, Cocktails und Frauen in Hula-Kleidern in den Kopf.

Kein Wunder, dass viele, die dieses Paradies einmal im Urlaub erlebt haben, eine ganz Erinnerung mitnehmen möchten und sich ein Hawaii-Tattoo noch auf der Insel stechen lassen. Besonders beliebt sind Tattoos mit dem typischen Gruß der Hawaiianer: "Aloha". Dieser steht außerdem für Liebe, Freundlichkeit oder Mitgefühl.

Auch für den 42 Jahre alten Münchner Polizeioberkommissar Jürgen Prichta ist Hawaii mit ganz vielen wundervollen Erinnerungen besetzt, denn dort verbrachte er vor 10 Jahren die Flitterwochen mit seiner Frau.

Zum 10. Hochzeitstag wollte er sich deshalb ein "Aloha"-Tattoo auf den Unterarm stechen lassen, doch das wurde ihm nun von ganz oben verboten.

Warum, erfahrt ihr, wenn ihr weiterklickt! 

Polizist zieht vor Gericht, weil er sich "Aloha" auf Arm tätowieren lassen will

Doch warum darf ein erwachsener Mann kein Tattoo haben?

Das hat mit Prichtas Beruf zu tun und mit seinem Arbeitsort, denn Polizisten dürfen in Bayern, anders als in anderen Bundesländern wie Berlin, keine sichtbaren Tätowierungen haben. 

Die Entscheidung fiel vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof, der damit eine Grundsatzentscheidung traf: Hätten sie Prichta das Tattoo erlaubt, hätte das auch für all seine Kollegen in Bayern gegolten, doch die haben nun alle Pech. 

Begründet wurde das mit Artikel 75 des Bayerischen Beamtengesetzes in dem es heißt: "Soweit es das Amt erfordert, kann die oberste Dienstbehörde nähere Bestimmungen über das Tragen von Dienstkleidung und das während des Dienstes zu wahrende äußere Erscheinungsbild der Beamten und Beamtinnen treffen. [...] Dazu zählen auch Haar- und Barttracht sowie sonstige sichtbare und nicht sofort ablegbare Erscheinungsmerkmale."

Wie die Richter weiter ausführten und was Prichta dazu sagt, lest ihr auf der nächsten Seite!

"Ich bin schon enttäuscht"

"Und ich verstehe es auch nicht.", sagte der Polizeioberkommissar nach dem Urteil. 

Die Richter stützten ihren Urteilsspruch vor allem auf eine Studie, die besagt, dass der Respekt vor Polizisten sinke, wenn diese offen sichtbare Tattoos oder Piercings haben. Also alles zum Schutz der Beamten. 

Allerdings stellt sich die Frage, wie zeitgemäß diese Entscheidung wirklich ist. Jeder fünfte Deutsche ist tätowiert und bei der Polizei gibt es einen steigenden Personalmangel, der nicht zuletzt dadurch bedingt ist, dass bei der Auswahl wie folgt vorgegangen wird, wenn die Bewerber ein Tattoo haben:

"Die schauen wir uns nicht einmal an - unabhängig davon, welche Qualifikation sie haben und ob sie gute Polizisten werden können." 

Fraglich, ob die bayrische Polizei diese Haltung in den kommenden Jahren weiter vertreten kann.