Wie war Nidal R.'s Leben, einem der bekanntesten Kriminellen Deutschlands?

"Es gibt in der Berliner OK-Szene keinen, der gleichzeitig so viele Freunde wie Feinde hatte"

Nidal Rabih war einer der berühmt-berüchtigsten Kriminellen Berlins. Er führte die Liste der Intensivtäter nicht nur an, sie wurde eigens wegen ihm angelegt. Zeit seines Lebens war er aktenkundig, hatte mit 14 Jahren schon 20 Einträge bei den Behörden. Doch das war nur der Anfang einer langanhaltenden "Karriere" als Krimineller. Zu seinen Taten gehörten unter anderem diverse Drogendelikte, Nötigung und mehrfache schwere Körperverletzung 

1990 kam der damals 8-jährige gebürtige Libanese als Flüchtling nach Deutschland und war schnell bekannt bei Behörden aber auch im ganzen Umkreis. 

Am 09.09. wurde Nidal R. auf dem Tempelhofer Feld vor den Augen seiner Familie mitten in der Öffentlichkeit erschossen. Es heißt, 8 Kugeln haben ihn insgesamt getroffen. Nidal R. erlag seinen inneren Verletzungen wenige Stunden später im Krankenhaus. 

Und dennoch war er nicht nur als Krimineller verpöhnt, er wurde auch von vielen geliebt. Seiner Beisetzung wohnten um die 2000 Gäste bei, hunderte Polizisten mussten die Masse im Zaum halten. 

Seine Lebensgeschichte liest sich abenteuerlich: 

Das Bild zeigt den Massenandrang bei Nidal R.'s Beisetzung. 

Der Investigativreporter Peter Rossberg schrieb auf Twitter über den Verstorbenen: "Es gibt in der Berliner OK-Szene keinen, der gleichzeitig so viele Freunde wie Feinde hatte"

Rabih war nach Rossberg wöchentlich im Streit mit anderen Gruppen, mit denen er sich später wieder verstanden hatte. Motive und Tatverdächtige gibt es viele, doch die Ermittlungen um seinen Tod sind noch am Laufen. Schon 2010 wurde das Feuer gegen ihn aus einem fahrenden Auto eröffnet, dabei trafen ihn  zwei Kugeln. 

Nidal R. saß 14 Jahre seines Lebens im Gefängnis, also fast die Hälfte seines ganzen Lebens. Abgeschoben konnte er nicht werden, da er offiziell als Staatenloser galt und deshalb nicht vom Libanon wieder aufgenommen werden musste. 

Neben Messerstechereien, schweren Diebstählen und Drogendelikten hatte er auch viele Verkehrsdelikte vorzuweisen: 

Obwohl er keinen Führerschein besaß, liebte Nidal Rabih extrem schnelle Autos und baute damit auch mehrere gefährliche Autounfälle, beispielsweise rammte er bei der Flucht vor der Polizei einmal frontal einen Golf, woraufhin die beiden Insassen schwer verletzt wurden. 

Doch trotz all seiner Straftaten wurde Nidal R. geliebt und gefeiert. Viele beschrieben in Interviews als einen guten Menschen.