Grüne fordern: Ab 2030 wollen sie weder Diesel, noch Benzin

Die Autoindustrie äußert sich kritisch

Grüne fordern: Ab 2030 wollen sie weder Diesel, noch Benzin

In letzter Zeit hören wir viel von dem Dieselskandal und den schädlichen Abgasen für unsere Gesundheit und unser Klima. Um die Abgas-Werte auf den deutschen Straßen zu senken, gibt es bereits in vielen Großstädten Fahrverbote für Dieselfahrzeuge. 

Jetzt haben die Grünen einen radikaleren Vorschlag: das Verbot von Diesel und Benzin ab 2030! Wie sie sich das vorstellen und was auf uns zukommen könnte, erfahrt ihr hier. 

Grüne fordern: Ab 2030 wollen sie weder Diesel, noch Benzin

Schon im Wahlkampf 2017 hatten die Grünen ein solches Verbot angesprochen, jetzt greifen sie das Thema wieder auf. Der Fraktionschef der Grünen, Anton Hofreiter, veröffentlichte ein Papier, in dem er fordert, die Neuzulassung von Autos mit Verbrennungsmotor ab 200 zu verbieten. "Der Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor muss gesetzlich festgelegt werden", schreibt er dazu. So möchte er die Klimaziele erreichen. 

Doch wie soll das in der Praxis aussehen?

Grüne fordern: Ab 2030 wollen sie weder Diesel, noch Benzin

Während Verbrennungsmotoren künftig verboten werden sollen, fordert Hofreiter ebenfalls einen stärkeren Ausbau, was die Elektromobilität angeht. Bisher sind E-Autos im Straßenalltag noch nicht ganz so integriert, wie es die Grünen gerne hätten. Ein Verbot von Verbrennungsmotoren würde der Autoindustrie bei der Planung besser helfen, so Hofreiter. 

In der Praxis bedeutet das dann, dass es ab 2030 keine neuen Autos mit Diesel und Benzin mehr geben dürfte, bereits zugelassene jedoch weiter fahren dürfen. 

Doch nicht nur Hofreiter hatte diese Idee!

Grüne fordern: Ab 2030 wollen sie weder Diesel, noch Benzin

Wer denkt, dass ein Verbot nur Deutschland betreffen würde, liegt falsch. Schon ab 2025 dürfen in Norwegen keine Neuwagen mit fossilen Brennstoffen mehr zugelassen werden und in Dänemark gibt es ein solches Verbot auch ab 2030. Auch Frankreich plant den Ausstieg aus Diesel- und Benzin-Fahrzeugen ab 2040. 

In Deutschland hat sich der Bundesrat schon für das Jahr 2030 als Enddatum für Neuzulassungen von Fahrzeugen mit Diesel und Benzin ausgesprochen. 

Die Automobilindustrie sieht dem Ganzen aber sehr kritisch entgegen!

Grüne fordern: Ab 2030 wollen sie weder Diesel, noch Benzin

Auf der Seite der Autokonzerne gibt es kritische Stimmen, die vor massiven Jobverlusten warnen. Mit 800.000 Beschäftigten ist die Autoindustrie die größte in Deutschland, doch Unternehmen wie VW sagen, die E-Auto-Produktion würde weniger Personal erfordern, weshalb es zu großen Jobverlusten kommen kann. 

Dennoch wächst der Druck auf die Automobilbranche, denn bis 2030 muss laut Bundesregierung der CO₂-Ausstoß des Verkehrs um 40-42 Prozent sinken. Doch braucht es dafür wirklich ein Verbot? Die SPD sieht das anders!

Grüne fordern: Ab 2030 wollen sie weder Diesel, noch Benzin

Der Vize-Fraktionschef der SPD, Sören Bartol, spricht sich gegen ein Verbot aus. Er ist der Meinung, dass sich Verbrenner 2030 sowieso nicht mehr verkaufen lassen, die Entscheidung nach dem Bau neuer Modelle mit Batterie oder grünen synthetischen Kraftstoffen soll in der Hand der Hersteller liegen. Ein gesetzliches Verbot würde laut dem Präsidenten des Verbandes der Automobilindustrie, Bernhard Mattes, der Industrie die finanzielle Grundlage für Investitionen in neue Technologien nehmen. 

Hofreiter nennt außerdem in seinem Thesenpapier elf Punkte für den Ausbau der Elektromobilität. Er möchte zum Beispiel den Kauf von Spritschluckern durch ein Bonus-Malus-System versteuern. Zudem sollen die Fuhrparks von Bund und Ländern ab 2025 elektrisch betrieben werden. Eine Mindestquote soll dafür sorgen, dass an jeden zweiten neuen Stellplatz ein Ladepunkt für E-Autos steht und dass Diesel-Privileg soll beendet werden. 

Ob die Forderung der Grünen durchgesetzt werden kann, bleibt abzuwarten.