Unterdiagnostiziert: Erkennen Ärzte bei Männern Burnout seltener?

Eine Studie klärt auf

Ein Mann, bei dem Burnout von den Ärzten seltener diagnostiziert wurde

Burnout bei Männern? 

Ausgebrannt - das bedeutet Burnout wörtlich übersetzt. Bei dieser seelischen Krankheit sind Menschen mit der ganzen Last in ihrem Leben überfordert und brauchen dringend eine Therapie, die bei der Diagnose auch immer empfohlen wird.

Bisher hieß es, dass Frauen wegen der Doppelbelastung durch Familie und Beruf am stärksten gefährdet sind, an Burnout zu erkranken. Jedoch erhöht sich die Zahl der Männer, die ausgebrannt sind, rasant. Doch eine Studie zeigt, dass Burnout bei Männern unterdiagnostiziert ist. Mehr Details zur Studie findet ihr hier!

Ein Mann steht alleine und hat Burnout, was von Ärzten bei Männern seltener diagnostiziert wird.

Frank Sommer ist Androloge und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit (DGMG). Im Rahmen einer Studie untersuchte er, ob Burnout bei Männern tatsächlich unterdiagnostiziert ist. Dafür engagierte er vier Schauspieler, zwei davon männlich und zwei weiblich. Diese trainierten die gleichen Symptome ein, die auf Burnout und Depressionen hinweisen, und suchten anschließend gleiche und mehrere Ärzte nacheinander auf. 

Das Ergebnis der Studie ist erstaunlich!

Männer, die Burnout haben, werden seltener laut Studie von Ärzten diagnostiziert.

Im Rahmen der Studie stellte sich heraus, dass die Schauspielerinnen dreimal so oft die Diagnose Burnout oder Depression gestellt bekommen haben, als die männlichen Schauspieler. Sie erhielten Therapien zur Behandlung angeboten, während den Männern oft nur gesagt wurde, sie sollen sich Urlaub nehmen. 

Interessant ist auch, dass die Diagnosen mit dem Geschlecht der Ärzte nichts zu tun hatten. Der Androloge Sommer kommt also zu dem Fazit, dass die Zahl der Männer, die an Burnout erkrankt sind, weit höher sein muss, als bisher bekannt. 

Dabei spricht er eine wichtige Warnung aus. 

Ein Mann mit Burnout, das von Ärzten häufig nicht diagnostiziert wird

Der Androloge merkt an, dass Männer häufig ihre eigenen Probleme ignorieren und keinen Arzt aufsuchen. Dabei ist es egal, ob die Probleme physischer oder psychischer Art sind. Das ist ein großer Fehler, meint Frank Sommer: "Unbehandelt mündet Burnout in eine tiefe Depression."

Deswegen ist es wichtig, dass alle - egal ob Mann oder Frau - direkt Hilfe bei einem Arzt aufsuchen, wenn sie erste Anzeichen von Burnout empfinden oder sich ausgebrannt fühlen. Nur so kann eine schnelle Therapie helfen. Andernfalls dauert diese viele Monate länger.